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Energienews 09. Oktober 2017

Konjunktur in China sorgt bei uns für Preisboom bei Kohle, Heizöl und Strom

Ganz ehrlich - die Rekordniveaus bei den Terminmarktpreisen in den vergangenen Wochen sorgen selbst bei Energiefachleuten derzeit mitunter für ungläubiges Staunen. Der Markt scheint nur eine Richtung zu kennen: Nach oben! Innerhalb der letzten 20 Monate verteuerte sich Kohle um nahezu 100%, Heizöl der Marke Brent um 80% und börsennotierter Strom um 75%.

Preisrekorde - aber warum eigentlich?
Stellt sich die Frage nach den Hintergründen. Zusammengefasst sind momentan zwei Faktoren maßgeblich verantwortlich für das, was wir sehen. Erstens: Die Weltkonjunktur - namentlich die Volkswirtschaften in China, aber auch in USA und Indien - läuft mittlerweile seit längerem stabil positiv. Zweitens: Der Preissturz der Krise der Jahre 2007/08 ist immer noch nicht vollständig bereinigt. Der radikale Absturz vor zehn Jahren um rund zwei Drittel wird weiter kompensiert.

Ist die Entwicklung von Dauer?
Die Stimmen mehren sich aber, die neuerlich vor signifikanten Einbrüchen warnen. Könnte bald die nächste Blase platzen? Steht uns eine Abkühlung der Weltkonjunktur unmittelbar bevor? Eine Antwort gestaltet sich schwierig. Gerade der Blick nach Europa - Deutschland einmal außen vor gelassen - zeigt, dass nicht überall die Bäume in den Himmel wachsen. Zarte Konjunkturpflänzchen sehen wir zwar in Italien, auf der Iberischen Halbinsel oder auch in Griechenland - doch gerade der Blick nach Westen zeigt: Der größte Schritt ist erst noch zu gehen. Ob Frankreich sich von innen heraus zu reformieren imstande ist, ist noch nicht entschieden. Dazu kommen weltpolitische Unwegbarkeiten wie die Spannungen rund um Nordkorea, die Unsicherheiten der Trump-Administration und militärische Kraftmeierei im Osten Europas.

Wohin steuert die Weltkonjunktur?
Legt man Rahmenbedingungen wie die des billigen Zentralbankgeldes oder eines explodierenden Immobilienmarktes in China sowie in Teilen der USA und Europas zugrunde, so könnte man glauben, der Boom sei von Dauer. Doch auch umgekehrt gilt: Chinas Entwicklung wirkt bei genauer Betrachtung fragiler als viele meinen und die Trumpsche Isolationspolitik könnte die US-Konjunktur in absehbarer Zeit fulminant dämpfen. In Europa bleiben die Unsicherheiten des Brexit und die derzeit diskutierte Ausdehnung des Euroraums. Die Kostenerhöhungen der vergangenen zwölf Monate beim Strom bedeuten konkret beim Einkauf von 1 Mio. kWh eine Verteuerung von rund 12.000 Euro netto.

Absicherung in unsicheren Zeiten
Wenn aber die Zeichen im Markt so uneindeutig sind, wie wir sie derzeit sehen, ist in der Regel eine Absicherung des Energieportfolios die angemessene Reaktion. Dazu kommt, dass der Gaspreis - relativ zu Öl und Kohle - bislang nur deutlich marginaler angestiegen ist (etwa + 25%). Das beinhaltet aber auch erhebliches Aufwärtspotential. Auch wenn das Niveau in den vergangenen gut anderthalb Jahren signifikant gestiegen ist, erscheinen Lieferabsicherungen für das verbleibende Quartal 2017 bzw. 2018 durchaus erwägenswert. Erdgas abzusichern, ist momentan ohnehin noch relativ preiswert. Auch beim Strom signifikante Portfolioanteile einzudecken, macht derzeit Sinn, aus unserer Sicht. Leitmotto dabei: Lieber eine Notbremsung bei halber Fahrt als ungebremst auf die Hochgeschwindigkeitsstrecke - denn die Risiken der weltweiten Konjunkturentwicklung sind mit Händen zu greifen - in die eine, genauso wie in die andere Richtung.

Wenn Sie mehr erfahren möchten, sprechen Sie uns gerne an. Wir beraten Sie ausführlich über die aktuellen Beschaffungstrends in der Energiewirtschaft.

Ihr Vertriebsteam der Stadtwerke Soest.

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