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24.02.2022

Zweites Leben - statt Gas nun Daten

Soest, Dortmund. In ihrem ersten Leben hat die Transportleitung der Thyssengas zwischen Werl und Soest Erdgas transportiert und für wohlige Wärme gesorgt. Im Dezember 2015 war die Leitung dann stillgelegt worden. Nach sieben Jahren im Dornröschenschlaf wird sie nun wiederbelebt und bekommt eine ganz neue Aufgabe. Wo vorher das Gas strömte, werden jetzt mit dem Einziehen von Leerrohren die Voraussetzungen für Datentransport via Glasfaser geschaffen. „Wir freuen uns, dass die stillgelegte Transportleitung mit dem Verkauf an die Stadtwerke Soest ein zweites Leben erhält. Es ist ein deutliches Zeichen für die nachhaltige Nutzung vorhandener Infrastruktur“, so der zuständige Referent Martin Gentschenfelde von der Thyssengas. Für die Stadtwerke freut sich der Projektleiter Florian Nickisch über die neue Nutzung: „Wir erhalten damit die Möglichkeit zukünftig einzelne Ortschaften mit deutlich geringeren Tiefbauarbeiten mit Glasfaser versorgen zu können und somit weitere Anbindungen an unser bestehendes Glasfasernetz zu schaffen. Auch eine zusätzliche Verbindung an die Datendrehscheibe in Düsseldorf ist damit möglich.“
 
Glasfaser wird in eine alte Gasleitung eingezogen Der zuständige Referent Martin Gentschenfelde (links) von der Thyssengas „verabschiedet“ das ausgebaute Schieberkreuz und Projektleiter Florian Nickisch von den Stadtwerken freut sich darauf, dass er einen Speedpipe-Rohrverbund für die Glasfasern einziehen kann.
 

Die alte Gasleitung liegt mitten in der Werler Landstraße. Der Streckenverlauf geht von der Clevischen Straße in Soest bis zur Ortsgrenze Mawicke. Mit dem Ausbau und Abtransport des alten Schieberkreuzes an der Ecke Werler Landstraße / Clevische Straße verschwindet nun der letzte Zeuge der früheren Aufgabe als Gasleitung.

Das Projekt „zweites Leben“ begann vor knapp zwei Jahren im April. Seitdem ist bereits in weiten Teilen des rund 8 km langen Leitungsabschnitts ein so genannter Speedpipe-Rohrverbund eingezogen worden. Darein wird ein Mircokabel mit 288 einzelne Glasfasern eingeblasen. Da die gesamte Strecke nicht auf einmal eingeblasen werden kann, wurden auf der Strecke Kabelschächte als Ausstiegspunkte geschaffen. An diesen Punkten kann leicht ein neuer Abzweig für die weitere Erschließung des Bereiches mit Glasfaser angedockt werden. Die Grundschule in Ampen war einer der ersten Nutzer, die an die neue Glasfaserverbindung angeschlossen wurden. Weitere Projekte werden aktuell geprüft.