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E-Mobilität 23. September 2019

E-Autos bestehen Langstreckentest

Autofans kennen das. Einschlägige Magazine machen regelmäßig mit neuen Produkten der Automobilindustrie den sogenannten Langzeittest. Gefahren werden dann 100.000 Kilometer und anschließend wird der Wagen seziert. Fachleute beurteilen dann, wie sehr das Fahrzeug unter der Langzeitbelastung gelitten hat. Ein solches Langzeitexperiment haben jetzt auch die Stadtwerke Soest hinter sich gebracht. E-Auto-Koordinator Max Griebenow hat seine Schäfchen, den Renault ZOE, den BMW i3 und den Tesla, insgesamt 100.000 Kilometer auf zumeist deutschem Asphalt weiden lassen. Heute präsentiert er die Ergebnisse.

100.000 Kilometer – viele neue Freunde

Mit der Idee, die Soester E-Autos in den Kundenverleih zu geben, haben die Stadtwerke den Nerv vieler Kundinnen und Kunden getroffen, berichtet Griebenow. „Wir haben nicht nur dazu beigetragen, dass 100.000 Kilometer CO-2 neutral in E-Autos zurückgelegt wurden“, so der Stadtwerke-Mann, „sondern wir haben auch über 2.000 lachende Gesichter bei der Rückgabe der Autos gesehen.“ So viele Kundinnen und Kunden haben nämlich in den zurückliegenden drei Jahren die Erfahrungen mit den E-Autos machen wollen und sich für eine Ausleihe entschieden.

Neue Technologie

Das Ziel war es von Beginn an, die E-Mobilität anfassbar zu machen. „Wir wollten Emotionen wecken“, so Griebenow. Deshalb haben die Stadtwerke innerhalb der vergangenen drei Jahre den Verleih betrieben. „Dabei haben wir sicherlich auch von der interessanten Auswahl an Fahrzeugen profitiert, denn wir konnten für alle Kundengruppen und Interessen Fahrzeuge anbieten.“ Für Preisbewusste gab es den Renault ZOE im Verleih, der bereits zum Budget eines VW Polo zu haben ist. Im mittleren Segment stand der BMW i3 bereit, der auch beim Design neue Wege geht. „Und in der Luxusklasse – Preisspanne im hohen fünfstelligen Bereich – steht bei uns ein Tesla zum Testen zur Verfügung.“

So gut wie keine Ausfälle

Allen E-Kandidaten gemeinsam ist, dass sie insgesamt jetzt 100.000 Kilometer gelaufen sind und dabei keinerlei großartigen Probleme auftauchten. „Ein Fahrer hatte mal Probleme mit der Tesla-Flügeltür im Parkhaus“, berichtet schmunzelnd Griebenow. „Aber das war eher dann ein Lackproblem und nichts Technisches.“ Herumgekommen sind die Autos auch. Sie waren im Rahmen der Ausleihe unter anderem in Berlin, Amsterdam, auf Norderney und am Chiemsee. „Das zeigt, dass auch die Ladevorgänge funktioniert haben und auch die Langstreckenexperimente unter dem Strich gelungen sind.“

Zufriedene Kunden

Unternehmer Herbert S. hatte eine Woche lang den Tesla in seiner Garage. Er war vollauf zufrieden. „Der Wagen fährt sich aufregend gut“, berichtet der 42jährige. „Die Beschleunigung erinnert eher an ein Motorrad als an ein Auto und auch die Reichweite war für unsere Familie komplett ausreichend.“ Positiv äußert sich auch die Geschäftsführerin in einem Unternehmen in der Metallindustrie, Renate B. Sie hatte sich für den Renault ZOE entschieden und nahm das Fahrzeug probeweise in den Fuhrpark der Firma. „Wir werden beim nächsten Beschaffungszyklus ein elektrisches Fahrzeug in den Pool nehmen“, zeigt sich die 38jährige überzeugt. „Die wenigen Nachteile, wie zum Beispiel bei einer Fahrt über extreme Langstrecke, nehmen wir dabei in Kauf.“ Man würde in diesem Fall auf herkömmliche Antriebe zurückgreifen. merkt sie noch an. Auch die Preise für den Verleih seien fair gewesen. Die Ausleihen hätten jeweils reibungslos funktioniert.

Experiment wird fortgesetzt

Wegen des Erfolgs wird das Prinzip erhalten bleiben, heißt es von Seiten der Stadtwerke Soest. „Wir machen auf jeden Fall weiter und werden unseren Fahrzeugpool Up-To-Date halten." Plan sei es, die Fahrzeuge alle zwei bis drei Jahre durch neue zu ersetzen.

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